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Freitag, den 18. Juni 2010 um 17:46 Uhr

Eine Informationsschrift für Familien, engagierte Bürger, Mehrfamilienhauseigentümer,

Eigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Mitarbeiter von Kommunen

 

2. Spielplatz / Spielfläche / Kinderspielplatz / Kleinkinderspielplatz

Während Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in ihren Bauordnungen von „Spielflächen“

sprechen, verwenden die übrigen Bauordnungen den Begriff „Spielplatz“. Ersteres muss jedoch nicht eine

blanke Rasen- oder Hoffläche bedeuten. So enthielt die Hamburgische Bauordnung vor seiner Novellierung

im Jahr 2005 ganz konkrete Auflagen zur Sandkastengröße (inklusive jährlicher Sanderneuerung), zur

Anzahl von Spielgeräten und Sitzgelegenheiten 1).

In folgenden Bundesländern müssen die Flächen derzeit nur für die Bedürfnisse von „Kleinkindern“,

sprich Kinder bis zu 6 Jahren ausgestattet werden:

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Schleswig-Holstein

Thüringen

Baden-Württemberg

Nordrhein-Westfahlen

(Pflicht ab 4. Whg. eines Hauses)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 4. Whg.)

(Pflicht ab 3. Whg. mit mind. 2 Räumen)

(Pflicht ab 2. Whg)

1) http://www.baurecht.de/landesbauordnung-hamburg.html. Nach der Novellierung entfielen die Angaben,

außerdem wurde die Mindestgröße von 150 m² auf 100 m² herabgesenkt


Eine Erweitung auf ältere Kinder können die einzelnen Gemeinden bewiesenermaßen mittels einer

Spielplatzsatzung vorschreiben. Allerdings sind Spielplatzsatzungen nicht möglich für Kommunen in

Baden-Württemberg, in Schleswig- Holstein, in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen, da die jeweilige

Landesbauordnung für zahlreiche andere Dinge, nicht aber für hausnahe Spielplätze eine

Satzungsmöglichkeit vorsieht. Mindestens in Baden-Württemberg waren die Spielplätze bis in die 90er

Jahre für 0- 6Jährige und für 6-12Jährige auszustatten (klassisches Spielgerät: Tischtennisplatten).

In Bayern, Brandenburg, Bremen sind derzeit ausdrücklich „Kinderspielplätze“ herzustellen, in Hamburg

ausdrücklich eine „Kinderspielfläche“. Als „Kinder“ gelten, sofern nicht anders definiert, Menschen, die

noch nicht die Volljährigkeit erreicht haben. Sachsen-Anhalt schreibt für ein Mehrfamilienhaus mit 3-5

Wohnungen eine Kleinkinderspielfläche vor, ab der 6. Wohnung jedoch auch eine Kinderspiel- und

Freizeitfläche.

In Berlin muss ab der 7. Wohnung eines Hauses ein Kleinkinderspielplatz errichtet werden, ab der 75.

Wohnung muss der Spielplatz auch für Ältere geeignet sein. Niedersachsen schrieb bis zur Abschaffung

seines Spielplatzgesetzes für Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen einen Kleinkinderspielplatz mit der

Mindestgröße von 30 m² vor. Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren waren durch die Kommunen Spielplätze

anzulegen, die „von allen Grundstücken in dem Bereich, für den sie bestimmt sind (Spielplatzbereich), auf

einem Weg von nicht mehr als 400 m erreicht werden können“. Die nutzbare Fläche musste mindestens

2% der zulässigen Geschossflächen betragen.

Die derzeitige Bauordnung Ihres Bundeslandes sowie die vorherige Fassung finden Sie am leichtesten im

Internet (http://www.baurecht.de/gesetze.htm), veraltete Bauordnungen sowie die Bauunterlagen

von konkreten Wohngebäuden - darin verzeichnet ob ein hausnaher Spielplatz zu errichten war und wenn

ja wo genau und in welcher Größe - können Sie bei Ihrer Unteren Bauaufsichtsbehörde einsehen.


Stellt Sie deren Auskunft nicht zufrieden wenden Sie sich bitte an die Obere Bauaufsichtsbehörde

(Bezirksregierungen) oder die Oberste Bauaufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes. Zu finden unter

http://www.dabonline.de/technikinnovation/ brandschutz/oberste-bauaufsichtsbehoerden

Als Bewohner/in oder engagierte/r Bürger/in haben Sie ein berechtigtes Anliegen und damit ein Recht auf

kostenlose Information! Die meisten Infos lassen sich telefonisch einholen!