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Samstag, den 12. Juni 2010 um 20:49 Uhr

Eine Informationsschrift für Familien, engagierte Bürger, Mehrfamilienhauseigentümer,

Eigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Mitarbeiter von Kommunen

 

15. Fazit


Es ist leicht, Eltern von schwergewichtigen, motorisch und sozial ungeschickten Kindern zu

verurteilen. Viel schwieriger ist es, sich an der eigenen Nase zu packen und einzugestehen, dass man

selbst Kinderrechtsverletzungen im eigenen Wohnumfeld wissentlich oder unwissentlich über Jahre

mitgetragen hat. Allein über Aufklärungsarbeit in Ihrer Nachbarschaft und Ihrer Kommune können Sie

große Veränderungen herbeiführen. Weisen Sie sogenannte Hoftyrannen in ihre Schranken; gehen Sie

gegen unsinnige Schilder an („Spielen an Sonn- und Feiertagen verboten“ usw.); hinterfragen Sie

Hausordnungen, die Kindern das Spielen auf Grünflächen (ehemaligen Spielplätzen?) verbieten; weisen

Sie Spielplatzbetreiber auf Ihre Pflichten hin; zeigen Sie Spielplatzbetreiber, die Kinder an Leib und

Leben gefährden bei Ihrer Baubehörde oder der Polizei an; recherchieren Sie in den Bauplänen

(ausliegend in den Baurechtsämtern), wo in Ihrer

Nachbarschaft eigentlich hausnahe Spielplätze

stehen sollten; konfrontieren Sie Bürgermeister

und Gemeinderäte, die in Aufsichtsräten von

Immobilienunternehmen sitzen mit Ihrer

Verantwortung für die Kinder Ihrer Kommune;

machen sie Spielstreiks auf Gelände, das Kindern

zu Unrecht entzogen wurde; regen Sie in Ihrem

Haus / für Ihre Genossenschaft / für die Immobilien-

unternehmen ihrer Gemeinde eine neue Hausordnung

an; fordern Sie eine Kinderspielplatzsatzung für Ihre

Kommune! Beteiligen Sie sich am sogenannten Welt-

spieltag, der jährlich am 28. Mai stattfindet.

fordern(ausgerufen vom Dt. Kinderhilfswerk http://www.recht-auf-spiel.de/weltspieltag.php). Erkundigen Sie

sich mittels Broschüren und Internetveröffentlichungen über Sicherheitsanforderungen auf

Spielpätzen. Nehmen Sie an einem Spielplatzsicherheitsseminar teil, fordern Sie kostengünstige

Hausmeisterschulungen von Ihrer Gemeinde. Die Wege zu einer kinderfreundlichen Stadtgestaltung

sind zahlreich, lassen Sie Ihrer Phantasie freien Raum! Unterstützen Sie die derzeitigen Bemühungen,

Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen (www.kinderrechte-ins -grundgesetz.de). Helfen Sie mit,

auf Bundesebene eine Behörde zu finden, die für das Thema hausnahe Spielplätze zuständig ist und

– Vorbild: königlicher Erlass zum Betreiben von Spielplätzen – die gesetzlichen Grundlagen schafft,

Kindern zu ihrem Recht auf sichere hausnahe Spielplätze verhelfen zu können.

Wöchentlicher Spielstreik bis zur Wiedererrichtung eines hausnahen Spielplatzes in Esslingen-

Oberesslingen (2009)