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Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 20:35 Uhr

Eine Informationsschrift für Familien, engagierte Bürger, Mehrfamilienhauseigentümer,

Eigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Mitarbeiter von Kommunen


12. Familienfreundliche Hausordnungen


Eine Hausordnung ist eine Sammlung privatrechtlicher Vorschriften; sie darf keine Paragrafen

enthalten, die allgemein gültigen Gesetzen – darunter das Baurecht - widersprechen.

Zahlreiche Städte, Kinderlobby-Organisationen, Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften

haben familienfreundliche Hausordnungen entwickelt und damit einen ganz entscheidenden Faktor

für schnell und kostengünstig durchsetzbare Familienfreundlichkeit geschaffen. Sehr viele dieser

Hausordnungen befinden sich im Internet.

Für Familien macht es einen eklatanten Unterschied, ob die Kehrwoche beispielsweise auch den

Spielplatz mitsamt Sandkasten umfasst (Stichwort Katzenkot, Glasscherben und die tödliche Gefahr

durch Zigarettenkippen), ob Kinder die Grünflächen teilweise oder insgesamt zum Spielen nutzen

dürfen und ob das Malen mit Straßenmalkreide sowie Rollschuhlaufen, Fahrradfahren und Ballspielen

erlaubt sind.


Hausordnungen können regeln, dass Autos nicht vor, sondern in Garagen geparkt werden, damit der

Garageninnenhof für die Kinder benutzbar ist. Hat Ihre Gemeinde schon eine familienfreundliche

Musterhausordnung? Herausgeber können sein: die Gemeindeverwaltung, eine Kinderrechts-

organisation, ein Mütterzentrum, ein Sportverein – oder ganz einfach Sie persönlich! Übrigens darf der

Hausmeister Kindern keine Weisungen erteilen. Das Elternrecht geht hier vor.

Hat er Beschwerden vorzubringen, muss er sich an die Eltern wenden. Er darf die Kinder weder

beschimpfen bzw. ausschimpfen, schon gar nicht strafen oder schikanieren.